Papierhalme

Dass das älteste je gefundene «Röhrli» die letzten fünftausend Jahre überstanden hat, dürfte daran liegen, dass es aus Gold und Lapislazuli gefertigt wurde. Freilich verfügten nicht alle über das nötige Kleingeld des sumerischen Adeligen, so dass der gemeine Trinkhalmbenutzer auf profane Roggengrashalme zurückgreifen musste. Ein gewisser Marvine Chester Stone ärgerte sich allerdings vor gut hundert Jahren über die Unzulänglichkeiten des Naturprodukts, begann sich doch das Gras langsam im Drink aufzulösen, so dass sein Mint Julep bald mehr nach Rogge als nach Minze schmeckte. Er erfand kurzerhand das gewachste Papierröhrchen und hob so den Trinkhalm auf eine neue Entwicklungsstufe. Ein weiterer Schritt erfolgt nun mit der neuen grafischen Gestaltung und der geometrisch ausgefeilten Verpackung in Prismaform: So kann jetzt auch der arme Schlucker auf dem Niveau des Edelmanns aus Babylon am Röhrchen ziehen (oder verbotenerweise pusten).